Black Angels
Sonntag, 25. November 2012

Die Auseinandersetzung mit dem Tod führt von den Anfängen menschlicher Kultur bis in unsere postmoderne, hochtechnisierte Welt. Religiosität und Spiritualität, traditionelle Vorstellungen und zeitgenössische, teils atheistische Visionen vom "Jenseits" – auch scheinbar disparate Pole des künstlerischen Umganges mit der existentiellen Frage spiegeln auf der ganzen Welt und zu jeder Zeit das menschliche Dasein in ganz besonderer Weise.

in tempo belli – George Crumb (*1929) widmete sein Streichquartett "Black Angels" dem Gedenken an den Vietnam-Krieg, unter dessen Eindruck es im März 1970 fertiggestellt wurde. Wir spielen das Werk zum Totensonntag zusammen mit Franz Schuberts Quartett "Der Tod und das Mädchen".

Nur scheinbar liegen Welten zwischen den beiden Stücken aus völlig verschiedenen Epochen: "Black Angels" ist mit Franz Schuberts Quartett aus dem Jahre 1824 inhaltlich und musikalisch beziehungsreich verknüpft, das "Tod und das Mädchen"-Motiv wiederum reicht durch verschiedenste Kunstgattungen bis in die Renaissance zurück – die klanglich wiederum bei Crumb in gambenartigen Passagen einfließt. Black Angels, gefallene Engel, himmlische- und teuflische Sphären werden in diesem Stück auf vielfältige Weise musikalisch dargestellt – Teufelstriller, Teufelsgeigen, Tremoli, teuflische Intervalle und das dies-irae Thema. Auf der anderen Seite erklingt himmlische Sphärenmusik – Glasharfe und Cello verkörpern die Stimme Gottes. Die Spieler des elektrisch verstärkten Streichquartettes werden zusätzlich mit Sprechstimmen, Tamtams und Glasharfe gefordert. Zwei mystisch – traumatisch – traumhafte Stücke großer Musikgeschichte, eine Seelenwanderung durch alle Instanzen!

Mitwirkende: Ensemble Zukunft(s)musik

Ort 
Kongress am Park
Göggingerstr. 10
86159 Augsburg