Das BOOMWHACKER-Projekt

Mitwirkende: Ute Legner, Katharina Meyer, Schülerinnen und Schüler der Übergangsklassen der 3. und 4. Jahrgangsstufe der Wittelsbacher Grundschule
Zeitraum: Oktober 2012 bis Februar 2013

Die Arbeit mit den insgesamt 27 Kindern, von denen die meisten erst seit September 2012 an der Schule und nur kurz zuvor nach Deutschland gekommen sind, war für die Musikerinnen Ute Legner und Katharina Meyer eine Herausforderung. Da die Kinder noch nicht über einen großen deutschen Wortschatz verfügen, musste der Level zur gegenseitigen Verständigung erst einmal ausgetestet und festgelegt werden. Dazu kam, dass keines der Kinder ein Instrument spielt, musikalische Kenntnisse also nicht bzw. nur sehr rudimentär vorhanden sind.

Die Musikerinnen besuchten die Kinder einmal pro Woche für eine Doppelstunde. In Namens- und Rhythmusspielen, die am Anfang jedes Treffens wiederholt wurden, kristallisierte sich schnell heraus, wie die Kinder musikalisch und vor allem rhythmisch einzuschätzen sind. Hier gingen vor allem die sonst eher stillen Mädchen aus sich heraus.

In einer ersten Sequenz gestalteten die Kinder mit Wachskreiden eine große Papierbahn. Es ging zuerst einmal darum, die Kinder zum Zuhören zu bewegen. Eine der Musikerinnen spielte den Kindern ein Solostück für Querflöte vor. Nach einem ersten Höreindruck bekamen die Kinder die Aufgabe, das Stück beim nochmaligen Hören in Farben bzw. Motive assoziativ umzusetzen. In einem dritten Schritt beschrieben die Kinder in Zusammenhang mit der gehörten Musik die von ihnen gefundenen Bilder. Die Musikerinnen wollten so den Zusammenhang von Farbe und Tönen herstellen, aber auch die Kinder zum Sprechen animieren und sich ein Bild über den Stand der Sprachkenntnisse machen.

In einem nächsten Schritt sammelten die Kinder an der Wertach, einem nahe der Schule gelegenen Fluss, große Kiesel und malten sie mit Acrylfarben in rot, gelb, orange, pink, lila sowie hell- und dunkelgrün an.

Erst im nächsten Abschnitt verstanden sie, warum: Die Farben der Steine entsprechen denen der Boomwhackers, die die Kinder im dritten Projektabschnitt kennen lernten. Boomwhackers sind gestimmte Klangröhren aus Kunststoff, die sehr einfach zu spielen sind. Jeder Ton hat eine eigene Farbe.

Jedes Kind durfte erst einmal mit zwei unterschiedlichen Röhren (= zwei Töne) experimentieren. Später wurde das Spiel auf eine Röhre pro Kind reduziert, das Spiel mittels Farbkarten angezeigt, in 2 Kleingruppen mittels einfacher rhythmischer Sätze mit den Röhren eine Melodie erfunden und dann mit der ganzen Gruppe gespielt.

Im letzten Schritt legten die Kinder selbst mit den Steinen Muster und spielten diese Muster – ähnlich einer graphischen Partitur - ab. Auf einer Papierbahn legten die Musikerinnen die Steine dann wie auf Notenlinien aus und spielten mit den Kindern in zwei Gruppen Lieder mit einer einfachen Bordun- und Percussionsbegleitung.

Da die Steine in den Klassen verbleiben und die Boomwhackers für die Schule fest angeschafft wurden, kann immer wieder mit dem Material gearbeitet werden, auch in Kombination mit anderen Instrumenten (Orff, Percussion).

Abschließend bot MEHR MUSIK! für die Lehrkräfte der Schule noch eine Fortbildung zum Spiel mit Boomwhackers an, damit die Instrumente auch von den Lehrkräften selbst eingesetzt werden können.

Ein Projekt von MEHR MUSIK!.