Projekte 2008-2011

 

MEHR MUSIK! veranstaltete von 2008 bis 2010 mehrere Großprojekte, die die Kräfte vieler Kinder und Jugendlicher bündeln:

  • Musik und Theater: Die Abenteuer von Tom Dumm (Musiktheaterprojekt)
  • Neue Klänge brauchen neue Räume: Hörhülle (Klangkunstprojekt)
  • Musik und Neue Medien - Composers Kit

Im Mittelpunkt des ersten Schuljahrs unter dem Motto "Musik und Theater" stand die Erarbeitung eines neuen Musiktheaterwerks - "Die Abenteuer von Tom Dumm" - bei welchem Kinder und Jugendliche aus Augsburg und der Region an allen Aspekten teilnahmen.

Höhepunkt des zweiten Schuljahrs 2009/10 zum Thema "Neue Klänge brauchen Neue Räume" war die Auseinandersetzung mit Raum-/Klangkonzepten für Neue Musik. Unterstützt durch ein professionelles Team aus Architekten und Musikern entwarfen Schüler einen besonderen Klangraum, eine sogenannte "Hörhülle" für das Erleben Neuer Musik.

Im dritten Projektjahr unter dem Thema "Musik und Neue Medien" setzte sich MEHR MUSIK! mit den vielfältigen Formen der Verwendung von Neuen Medien im Bereich der Neuen Musik auseinander. Insbesondere die elektronische Klangverarbeitung am Computer, aber auch der Einsatz von Neuen Medien im Rahmen von Konzerten und Performances standen im Fokus der Vermittlungsarbeit. Hierfür hatte MEHR MUSIK! die Programmierung eines Kompositionsprogramm in Auftrag gegeben. "Composers Kit" ist frei im Internet verfügbar und hat zum Ziel, Kinder auf experimentelle Weise an Neue Medien und an Neue Musik heranzuführen.

Das letzte Projektjahr stand außerdem unter dem Motto "Improvisation in der Musik". Hier sollte Kindern und Jugendlichen Raum gegeben werden, selbst zu musizieren und somit dauerhaft Interesse an Neuer Musik zu entwickeln. Dass die Schüler eigens und miteinander Kompositionen schafften und jeder Einzelne seinen "Freiraum zum Improvisieren" erhielt ist Teil des Vermittlungskonzepts und bildet die Basis für eine nachhaltige Förderung Neuer Musik - auch über den Projektzeitraum hinaus.

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Weitere Projekte

sounding D

Neue Musik in Deutschland erfahren


Von 25. August bis zum 12. September entwarf sounding D ein starkes und repräsentatives Bild der zeitgenössischen Kunstmusik und ihrer Akteure in Deutschland - von Dresden über Berlin nach Hamburg, dann weiter via Kiel, Oldenburg, Göttingen, Essen, Moers, Köln, Neuwied, Saarbrücken, Freiburg, Stuttgart, Augsburg und Passau nach Eisenach. Sounding D brachte über zweieinhalb Wochen Deutschland zum Klingen und zeigte, dass Neue Musik nicht abseits des Musiklebens ihren Ort hat, sondern überall und mittendrin.

In Fahrt - eine klingende Landkarte

Der Zug war das verbindende Element in sounding D und selber Klangkunst und Ausstellung zugleich, die tagsüber in den Bahnhöfen für das breite Publikum erlebbar waren. Konzipiert und gestaltet vom Komponisten und Klangkünstler Robin Minard verknüpfte der Zug nicht nur die einzelnen Projektorte miteinander, sondern löste die vielfältigen Veranstaltungen der 15 Netzwerkprojekte vor Ort aus. Und so, wie der Zug auf seiner Fahrt durch Deutschland eine klingende Karte hinterließ, so legten sich Soundwalks durch die einzelnen Städte, auf denen das Publikum vor Ort dem Klang seiner Stadt nachspüren und ihn sehend und hörend erfahren konnte. Der Zug sammelte die Klänge von unterwegs, aus den Städten und ihren Hörpunkten, bündelte sie und projizierte sie ins Internet sowie in das Innere des Zuges. So entstand entlang des Schienennetzes und im Web ein Klangraum, in den das Publikum überall und an den Halteorten live eintauchen konnte und der zugleich Rahmen und Präsentationsplattform war für die 15 vom Netzwerk Neue Musik geförderten Projekte und ihre Netzwerkpartner vor Ort.

Vor Ort - Neue Musik hautnah erleben

An den Orten der 15 vom Netzwerk Neue Musik geförderten Projekte präsentierten sich die jeweiligen Netzwerkpartner mit eigenen Veranstaltungen - so am 8. September 2010 MEHR MUSIK! in Augsburg. Sie nahmen die Musik-Bewegung, die der Zug auf seiner Fahrt vollzieht, auf und zogen live, unter Beteiligung von Publikum wie Laufkundschaft, von Bahnhöfen und Halteorten ausgehend, hinüber zu den Konzerten. Renommierte Musiker und Ensembles, Orchester und Chöre, Laien und Profis, Institutionen vor Ort wie Opernhäuser, Musikhochschulen, Musikschulen und Konzerthäuser veranstalteten daraufhin gemeinsam Konzerte, kleine Festivals, musikalische Aktionen, und brachten die Stadtlandschaften immer wieder neu zum Klingen. In Augsburg begrüßten Bataillon modern sowie das Duo Zander / Fiebig den Zug musikalisch und präsentierten über mehrere Stunden hinweg weitere Darbietungen im Bahnhofsgelände. Am Nachmittag führte das Duo das Augsburger Publikum über verschiedene Stationen zum Textilmuseum, wo am Abend ein Konzert stattfinden wird.

Mit dem Abschluss in Eisenach mittenDrin vollendete sounding D den Zug durch Deutschland und konnte an den drei Tagen konzentriert nacherlebt werden. Die Stadt Eisenach, in der geographischen Mitte Deutschlands einerseits, andererseits als Bach- und Lutherstadt sowie als Ort des sagenumwobenen Sängerkriegs nicht nur dank Richard Wagner zentral in der Kulturgeschichte verortet, wurde dabei vom 10. bis 12. September 2010 zum Ziel und Zentrum der Neue-Musik-Bewegung: zum einen durch Klangexpeditionen und Musikumzüge, die sich an drei Tagen in die Landschaft um und in Eisenach einschreiben; die experimentellen Performances wurden unter der Beteiligung regionaler Musikgruppen und MusikerInnen von dem Schweizer Komponisten Daniel Ott entwickelt. Ensembles wie die Neuen Vokalsolisten Stuttgart, das Kammerensemble Neue Musik Berlin, das Ensemble S aus Hannover, das Ensemble via nova aus Weimar sowie das Ensemble Modern vervollständigten als Ausklang an markanten Orten der Stadt mit exemplarischen Werken den "Zug durch die Neue Musik".

Eindrücke von sounding D in A gibt es in unserer Galerie.

Weitere Informationen: www.sounding-d.net / www.netzwerkneuemusik.de